Historie zum Labor für Robotik und virtuelle Systeme



Prof. Dietmar Schmid

Prof. Dietmar Schmid(rechts) mit Ministerpräsident Erwin Teufel, 2003

Das Labor für Robotik und virtuelle Systeme wurde von Prof. Dr.-Ing. Dietmar Schmid eingerichtet. Prof. Schmid war von 1972 bis 2006 Hochschullehrer für Automatisierungstechnik, Robotik und virtuelle Systeme an der FH-Aalen, im Fachbereich Fertigungstechnik-Maschinenbau.

Die Roboteraktivitäten begannen zunächst mit einfachen Simulationen zur Kinematik. 1977 erfolgte die Beschaffung eines ersten bahngesteuerten Industrie-Roboters (ASEA IRb6), finanziert durch die Carl Schneider-Stiftung, Aalen. In schneller Folge wuchs die Roboterpopulation mit unterschiedlicher Kinematik und Herkunft, auch auf Grund von mehreren BMBF-Forschungsprojekten. Hinzu kamen bereits in den 70er Jahren Systeme zur Bildverarbeitung und Sprachverarbeitung mit Anwendungen bei industriellen Automatisierungssystemen, auch in Verbindung mit Robotern. Es folgten Ende der 80er Jahre Roboter-Programmier- und Simulationssysteme. Mit dem Neubau eines Labors wurde 1991 das Labor für „Robotik und virtuelle Systeme“ als eine einzigartige Forschungsstätte im Bereich der Fachhochschulen durch das Land Baden-Württemberg eingerichtet. Erstmals wurden damit, zusammen mit der Gießereitechnik, auch Laborflächen zum Zweck der Forschung den Fachhochschulen in Baden-Württemberg zugestanden. Die 90er Jahre waren geprägt von einem EU-Verbundprojekt zur Bauteiluntersuchung mit Wärmebildverarbeitung, BMBF-Verbundprojekten zur Roboternutzung als Werkzeuge in Werkstätten sowie einer Reihe einzelner Forschungsprojekte. Zur Jahrtausendwende wurde dann das Labor umgestaltet und zur Fernnutzung für Studierende ausgebaut. So konnten Studierende auch aus anderen Hochschulen Laborversuche via Internet in Aalen durchführen. Das Angebot und die Nutzung waren weltweit. Mit der Einrichtung einer immersiven 3D-Plattform und unterschiedlicher 3D-Scannern war es ab dem Jahr 2000 schließlich möglich reale Prozesse mit virtuellen Szenen zu mischen (Mixed Reality). So gab es, in natürlicher Größe, mal die Roboter virtuell und die Bauteile real oder die Werker waren real und die Roboter virtuell.

Neben den industriellen Anwendungen gab es vielfältige Versuche den modernen Maschinen- und Computerpark auch in „fremden Bereichen“ zum Einsatz zu bringen. Das ergab sich vor allem aus der sehr fruchtbaren Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Klein auf dem Gebiet der Computertomographie (CT). Die CT einerseits und der laboreigene 3D-Scanner andererseits lieferten die 3D-Daten sowohl für die immersive 3D-Projektionsplattform als auch zur Materialisierung von Objekten aller Art mit den Robotern als Bearbeitungsgeräte oder mit den Methoden der Additiven Fertigung bei Prof. Dr. Berger. Zusammen mit mehreren Museen, mit der Akademie für Bildende Kunst in Stuttgart, mit der FH für Gestaltung in Schw. Gmünd u. a. konnten in vielfältiger Weise archäologische Repliken, Designstudien und künstlerische Skulpturen visualisiert, animiert und hergestellt werden. Keltische Kultszenarien wurden in theatralischer Form auf der immersiven 3D-Plattform inszeniert.

Neben vielen Fachpublikationen, Fachvorträgen und regelmäßigen Teilnahmen als Aussteller auf Messen gab es vom Labor für Robotik und virtuelle Systeme eine weitreichende allgemeine Medienpräsenz, sei es in Magazinen, wie z. B. Bild der Wissenschaft, Spiegel, Focus, Handelsblatt, in Fernsehsendungen oder auch im Rahmen von Präsentationen und Gesprächen.